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http://sia-zentralschweiz.ch/ Brief des Präsidenten zum Versand vom 13.04.2012 Versand IV: Ingenieurwettbewerbe mit Lust und Frust – 15n Sehr geehrte Damen und Herren Immer wieder werde ich aus Ihrem Kreis mit dem Wunsch konfrontiert, für gute - gemeint sind höhere - Ingenieurhonorare zu schauen. Vom Vorstand aus machen wir das gerne. Nur ist das nicht so einfach. Teilen wir unseren Auftraggebern mit, dass sie uns höhere Honorare bezahlen sollen, dann werden wir regelmässig mitleidig belächelt und süffisant darauf hingewiesen, dass es „unsere“ Leute sind, welche die tiefen Offerten machen. Es sei schwierig, wenn Ingenieure für unter 90.- Fr. pro Stunde arbeiten möchten, ihnen 130.- Fr. oder mehr zu bezahlen. Und ehrlich gesagt (auch wenn ich das kaum zu artikulieren wage) verstehe ich dieses Argument. Aus unserer Sicht gibt es drei Wege zu höheren Ingenieurhonoraren. 1. Vergabe nach Qualität anstelle des Preises Wie wir an dieser Stelle auch schon beschrieben haben, ist es gelinde gesagt nicht unbedingt zielführend, seine Berater und Treuhänder nach dem billigsten Honorar auszusuchen. Vielmehr macht es Sinn, den besten und vertrauenswürdigsten Partner zu suchen und seine Kosten zu decken. Häufig macht es Sinn, dazu ein Wettbewerbsverfahren durchzuführen. Vor einiger Zeit erhielt ich ein Telefonat mit der Anfrage eines regelmässigen Bauherrn, dass er die Ingenieurleistung neuerdings nicht mehr über Honorarsubmission, sondern über einen Ideenwett-bewerb ausschreiben wolle. Wer ihm dabei helfen könne. Voll Freude und mit den herzlichsten Gratulationen geschmückt habe ich ihm dann ein paar Adressen übermittelt. Leider folgt nach jedem Hoch auch wieder ein Tief. Kurz darauf sah ich mich in einem anderen Fall, bei dem ich als Ingenieur mitgemacht habe, nach Abschluss des Verfahrens gezwungen, dieses Mail zu schreiben: „Gestern haben wir Ihre Mitteilung erhalten, dass die IngenieureAG mit dem Auftrag der Bauingenieurplanung von Haus Bergruh beauftragt wurde. Ihre Mitteilung fällt uns etwas zu knapp aus. Sie haben einen Ingenieurwettbewerb durchgeführt, wenn auch einen inoffiziellen, in den wir (natürlich freiwillig) mehrere tausend Franken investiert haben. Von diesem Wettbewerb würden wir gerne die Ergebnisse kennen. Bei Architekturwettbewerben, die Sie ja zu Dutzenden durchführen und begleiten, ist es üblich, dass Ausstellungen und/oder Veröffentlichungen stattfinden. Die Architekten nutzen diese Gelegenheit jeweils rege, um sich weiterzubilden. Zudem – und das darf man nicht unterschätzen – bildet die Publikation auch eine langfristige Qualitätskontrolle der Auslober im Sinne von checks and balances. Solches zu fordern wäre im vorliegenden Fall ver-messen. Trotzdem erwarten wir von Ihnen, dass wir das Siegerprojekt … kennen lernen können (damit wir nicht bis zur Bauausführung warten müssen um einen Augenschein vor Ort nehmen zu können) und auch über die Bewertung und Gewichtung von Qualität und Preis der Offerten ins Bild gesetzt werden. Danke für Ihre Rückmeldung und Dokumentation in dieser Sache.“ Zu meinem Frust blieb das Mail, auch nach mehrmaligem Nachfragen, unbeantwortet. Anständige Umgangskultur im Bauwesen sähe meiner Meinung nach anders aus. 2. Verbessertes allgemeines Image des Berufsstandes Gerne mache ich Sie an dieser Stelle nochmals darauf aufmerksam, dass die 15n dieses Jahr erstmals als Woche der zeitgenössischen Architektur UND Ingenieurbaukunst vom 5.5. bis 13.5.12 stattfindet. Sie soll in der breiten Bevölkerung dazu beitragen, mehr über unser Schaffen und unsere Werke zu er-fahren. Ich freue mich sehr darüber, dass in diesem Jahr auch mehrere namhafte Brückenbauwerke gezeigt werden. Darüber hinaus organisiert Ihre Sektion eine Gratisveranstaltung über Architektur und Tragwerk der Swissporarena. Die Veranstaltung ist für jedermann, also v.a. auch für Laien, konzipiert. Per dato konnten wir gut die Hälfte der Tickets unters interessierte Volk mischen. Wir hoffen, dass Sie in Ihrem Umfeld nochmals Werbung machen und die Interessierten auf www.swissporarena.ch schicken. Was können wir uns mehr wünschen, als auch als SIA einmal "ausverkauft" melden zu können. 3. Berufsstolz und saubere Arbeit Gute und vollständige Arbeit mit vorgängigem Variantenstudium erfordert Zeit. Eine konsequente Umsetzung unserer Projekte im Sinne von Qualität und Vollständigkeit zwingt uns automatisch, höhere Honorare zu verlangen. Also tun wir dies doch und sind dabei stolz auf unser Schaffen. Sie, geschätzte Mitglieder, können uns unterstützen und auf allen Ebenen zum Erfolg beitragen. Für Ihren Einsatz bedanken wir uns herzlich. Bis bald an der 15n! Freundliche Grüsse Ihr Präsident Philipp Hess |
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